|
Nordrhein-Westfalen ist mit einer Bevölkerungszahl von gut 18 Millionen
Einwohnern das bevölkerungsreichste Bundesland in Deutschland. Dies
entspricht einem Anteil an der gesamten Bevölkerung von einem guten
Fünftel. Mit einem Anteil an der Wirtschaftleistung, der etwas über
dem Bevölkerungsanteil liegt, ist es zugleich eines der wirtschaftsstärksten
Bundesländer.
Die nordrhein-westfälische Wirtschaft hat in den letzten Jahren
einen gravierenden Strukturwandel durchlaufen. Einst in weiten Teilen
ein typisches Industrieland, im öffentlichen Bewusstsein geprägt
von Kohle und Stahl, dominiert heute mit einem Anteil von deutlich über
70 % an der Wertschöpfung der Dienstleistungssektor. Die Tendenz
ist weiter steigend; dabei kommt den produktionsorientierten Dienstleistungen
ein besonderer Stellenwert zu. Stark expandiert haben auch die Finanzdienstleistungen.
Banken und Versicherungen trugen zuletzt über 4,2 % zur Wirtschaftsleistung
des Landes bei.
Trotz des Vordringens der Dienstleistungsunternehmen bleibt Nordrhein-Westfalen
ein bedeutender Industriestandort. Traditionell stark sind die Chemische
Industrie, der Maschinenbau, die Elektrotechnik, die Metallerzeugung,
Energietechnik und die Automobilindustrie. In den letzten Jahren haben
sich Industriezweige wie u. a. die Informations- und Kommunikationstechnik,
neue Energietechniken oder Biotechnologie entwickelt. Auch ist das Land
zu einem bedeutenden Standort der Medienwirtschaft geworden. Etwa 40 %
der 50 größten deutschen Unternehmen haben ihren Sitz in NRW.
Geografisch gesehen liegt das Land außerordentlich günstig
im Schnittpunkt zweier europäischer Entwicklungsachsen. Die Nord-Südachse
reicht von Südwestengland über Benelux und Nordrhein-Westfalen
und die Rheinschiene bis nach Norditalien. Die Ost-West-Achse beginnt
in Rotterdam, geht durch Nordrhein-Westfalen über Berlin und Warschau
in die sich entwickelnden Wirtschaftsräume Mittel- und Osteuropas.
Umfangreiche Informationen zur Wirtschaft Nordrhein-Westfalens finden
sich auf der Homepage des Wirtschaftsminesteriums
(http://www.wirtschaft.nrw.de)
Trotz vieler Aktivposten leidet das Land nach wie vor unter Strukturproblemen.
Dies zeigt sich v. a. in den bereits seit Jahren im bundesdeutschen Vergleich
häufig
unterdurchschnittlichen Wachstumsraten. Aktuelle Angaben hierzu finden
sich unter
(http://www.statistik-bw.de/Arbeitskreis_VGR/tab02.asp#tab2)
Angespannt ist auch die Finanzlage des Landes. Die Verschuldung des Landes
liegt inzwischen beim Doppelten der Ausgaben des Landes.
http://www.statistikportal.de/Statistik-Portal/de_jb24_jahrtab59.asp
http://www.statistikportal.de/Statistik-Portal/de_jb24_jahrtab58.asp
Mitte der 70er Jahre lag die Verschuldung demgegenüber noch bei
weniger als der Hälfte der Gesamtausgaben beim Doppelten der Ausgaben
des Landes.
|