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Der Vorstand der Bankenvereinigung hat Dr. Thomas A. Lange (1.v.l.), den Vorsitzenden des Vorstandes der NATIONAL-BANK AG, Essen, am 16. November 2011 zu seinem Vorsitzenden gewählt. Er folgt Manfred Breuer (2.v.l.), dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, Commerzbank AG, Düsseldorf, der zum stellvertretenden Vorsitzenden und Schatzmeister gewählt wurde. "Den von Herrn Breuer eingeschlagenen Weg, die wichtige Rolle der privaten Banken noch stärker im Bewusstsein von Politik und Öffentlichkeit zu verankern, wird", so der neugewählte Vorsitzende, "ein Schwerpunkt meiner Tätigkeit als Vorsitzender der Bankenvereinigung sein. Deshalb werden wir das Gespräch mit Politik und Öffentlichkeit weiter intensivieren."

Auf die herausragende Rolle der privaten Banken in der Finanzierung der deutschen Wirtschaft hatte der bisherige Vorsitzende, Manfred Breuer, anlässlich des traditionellen Parlamentarischen Abends vor über 200 Gästen, darunter der Präsident des nordrhein-westfälischen Landtags, Eckhard Uhlenberg (3. von links), hingewiesen. Dies bezöge sich nicht nur auf ihre führende Rolle bei der Kreditvergabe, sondern ohne die Finanzierung der deutschen Exportwirtschaft wäre die Überwindung der zurückliegenden Wirtschaftskrise nicht so schnell möglich gewesen.

Gastredner des Abends war Klaus-Peter Müller (4. von Links), der als Vorsitzender der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex sprach. Er griff die Frage auf „Sind wir alle Gauner? Zur Rolle von Ethik und ‚guter Unternehmensführung’ in der Wirtschaft“. Müller stellte klar: „Die Banken haben in der Vergangenheit sicher Fehler gemacht. Aber die europäische Staatsschuldenkrise ist eine Konsequenz politischer Versäumnisse.“ Denn im Kern sei das Vertrauen in Staaten verloren gegangen, in denen Menschen über ihre Verhältnisse leben. Vorrangig sei es daher, das Vertrauen in Staaten ebenso wie in Banken zurückzugewinnen, denn „ohne Vertrauen funktioniert die Wirtschaft nicht“.

Leitbild ist nach Auffassung Müllers das Bild des ehrbaren Kaufmanns. Thomas Mann hatte in den Buddenbrooks die unverändert richtige Linie vorgegeben: "Mein Sohn, sey mit Lust bey den Geschäften am Tage, aber mache nur solche, daß wir bey Nacht ruhig schlafen können". Das habe in der Branche nicht jeder befolgt, so Müller.

Im Rahmen seines Parlamentarischen Abends zeichnet die Bankenvereinigung auch die besten Absolventen der Frankfurt School of Finance and Management aus.

Das bild zeigt von link nach rechts die Preisträgerinnen und Preisträger Alexandra Lohmann, Deutsche Bank Privat- und Geschäftskunden AG (2.v.l.), Stefanie Klein, Sumitomo Mitsui Banking Corporation (4.v.l.), Christian Kruppa und Tobias Schulte- Krumpen, beide Commerzbank AG (5./6.v.l.) sowie Ingolf Jungmann, Vizepräsident der Frankfurt School (ganz links) und den scheidenden Verbandsvorsitzenden Manfred Breuer, (3.v.l.)

Überblick

Die Bankenvereinigung vertritt die gemeinsamen Interessen der in Nordrhein-Westfalen tätigen privaten Banken. Das sind neben den fünf Großbanken fast 40 Regional- und Spezialbanken sowie zusammen ebenfalls knapp 40 Privatbankiers, Niederlassungen ausländischer Banken und Hypothekenbanken. Neben den ordentlichen Mitgliedern gehören der Bankenvereinigung auch Gastmitglieder an.

Die 78 Mitgliedsbanken unterhalten in NRW rund 2.500 Bankstellen mit über 30.000 Beschäftigten.

An den größeren nordrhein-westfälischen Bankplätzen stehen örtliche Bankenvereinigungen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Zusammen mit zehn Schwesterverbänden in den anderen Bundesländern und dem Verband deutscher Schiffsbanken ist die Bankenvereinigung Nordrhein-Westfalen Mitglied des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), der Dachorganisation des privaten Bankgewerbes in der Bundesrepublik Deutschland.

Aufgaben

Information und Interessenwahrnehmung der Mitgliedsinstitute über aktuelle politische und wirtschaftliche Entwicklungen.
Stellungnahme gegenüber dem Landesgesetzgeber, der Landesregierung und öffentlichen Stellen des Landes zu bankwirtschaftlichen und bankpolitischen Themen.
Unterrichtung der Öffentlichkeit über gemeinsame Belange der privaten Banken und der Kreditwirtschaft.
Beteiligung an Gesellschaften und Organisationen, die der Wirtschaftsförderung in Nordrhein-Westfalen dienen.
Zusammenarbeit mit Verbundpartnern im Interesse der Mitgliedsinstitute und ihrer Mitarbeiter.
Allgemeiner Auskunftsservice für Bankkunden bei institutsübergreifenden Fragen.
Die Bankenvereinigung ist nicht selbst im Bankgeschäft tätig.

Geschichte

Die heutige Bankenvereinigung NRW wurde 1907 von rheinischen Banken und Bankiers unter Führung des A. Schaaffhausen'schen Bankvereins in Köln gegründet. Ein wichtiger Zweck der Vereinigung war es, Zinsen, Provisionen und Gebühren untereinander abzustimmen. Diese „Konditionenkartelle“ waren teilweise von der Reichsbank initiiert und sollten dem Schutz vor einem „ruinösen“ Wettbewerb dienen. 1911 wurde aus dieser losen Verbindung ein eingetragener Verein, der den Namen "Vereinigung von Banken und Bankiers in Rheinland und Westfalen" erhielt.

Während der Zeit des Nationalsozialismus war die Bankenvereinigung zur Untätigkeit verurteilt, da jedwede Interessenpolitik der "Reichsgruppe Banken" vorbehalten blieb.

Schon bald nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt die Bankenvereinigung die Genehmigung zur Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit. Damals setzte sich die Vereinigung gemeinsam mit ihren Schwesterverbänden dafür ein, dass eine Spitzenorganisation geschaffen wurde, die dann 1951 als Bundesverband des privaten Bankgewerbes gegründet wurde und heute Bundesverband deutscher Banken heißt.

Mit der Abschaffung von wettbewerbsbeschränkenden Vorschriften (Abschaffung der Bedürfnisprüfung, Wegfall des Soll- und Habenzinsabkommens, Aufgabe von Beschränkungen in der Werbung) im Laufe der 50er und 60er Jahre des letzten Jahrhunderts verlagerte sich das Aufgabenfeld immer mehr zu einer allgemeinen Interessenvertretung gegenüber der Politik und der Öffentlichkeit.

Seit 1975 trägt die Vereinigung den heutigen Namen. Der Sitz der Vereinigung wurde 2002 von Köln nach Düsseldorf verlegt.

 

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